Von den einsamen Frauen #3

Luftangriff – wenn die Häuser nachgeben, lasse ich mich nach hinten auf die Riesenschlange fallen. Sie zieht Wellenlinien an meinem Rückgrat entlang; ich ziehe an den Wolken vorbei. Luftangriff – ich höre Schüsse, die Schlange erfindet das Blau. Auf ihrem Weg ergreift sie die Landschaft, rechts wirft sie Berge auf, links schaufelt sie Täler. Die Landschaft ist ein Abdruck ihres Leibs, ein Resonanzraum für Sirenen. Dort, wo ihre Schweißperlen Seen bilden, entsteht Nährboden für Panzer. In der Zeit der Schlange ist nichts davon schlimm. Sie rollt sich ein mit mir in ihrer Mitte. Gemeinsam formen wir kleine Menschen, die laufen lernen, sprechen lernen, schreien. Wenn sie auf dem Heimweg erfasst, ihre Fahrräder schlingern, die Schuhe im Schlamm. Ich liege auf der Schlange, liege in meinem eigenen See, mir ist kalt und warm und kalt. Die Geräusche werden leiser, Schritte stapfen von mir weg. Wenn ich vollständig in meinen See gelaufen bin, bleibe ich ganz bei der Schlange. Gemeinsam werfen wir Berge auf.

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